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Konojedy

Die Gemeinde Konojedy befindet sich 5 km südöstlich von Kostelec nad Černými lesy entfernt. Sie dehnt sich entlang der Strasse nach Stříbrná Skalice auf einem nach Süden angerichteten Abhang aus. Vom Westen ist die Gemeinde durch ausgedehnte gemischten Wälder geschützt, die almählich ins Schutzgebiet von Voděradská bučina übergehen. Nach Süden dehnen sich die Wälder von Stříbrná Skalice und Sázava und unter der Gemeinde beginnt der Bach von Konojedy seine Strecke, dann strömt er weiter dr Katastergrenze entlang durch den Tal "Losi" bis in den Jevanský Bach. Katasterausmass von Konojedy beträgt insgesamt 513 ha. Nach den kritischen 90er Jahren vergangenen Jahrhunderts hat die Gemeinde 200 ständige Einwohner.

Erste historisch bewiesene Erwähnung über die Gemeinde kommt (gemäss Ottos Lexikon) vom 1352 her, wenn hier eine St.Wenzels Holzkirche mit der Pfarre und Pfarrenschule stand. Nach den erhaltenen schriftlichen Dokumenten stand hier zu jener Zeit auch ein Rest des Vierseitenturmes eingegangener Burg.

1416 war Konojedy ein reiner Grundbesitz mit Festung. Herr hiesiger Festung war ein gewisser Kuneš von Konojedy, der auch die Burg Zlenice nad Sázavou besass. Seit dem Jahre 1420 übernahm die Festung sein Sohn, Knappe Jan von Kozojedy, mit dem Sitz auf Zlenice. Er ist jedoch ohne Nachkommen gestorben und somit ging alles Vermögen in Besitz von Jans Schwester Běta von Konojedy über, die Ctibor von Ploskov geheiratet hatte. 1444 verkaufte Frau Běta die Burg Zlenice Herrn Zdenek von Postupice um 1400 Schock Groschen.

1459 übernachtete in der Konojedys Schenke (jetzt das Haus Nr. 28) der König Jiří von Poděbrady beim Zug von Prag nach Mähren gegen Matyas Korvín. Er war um so viel zufrieden mit der Übernachtung, dass er die Schenke mit dem königlichen Sonderrecht auf ewig ausgestattet, worüber Erwähnung über die Privilegen in den Königsregistern und im Register der Herrschaft von Černý Kostelec vom Jahre 1526 besteht. 1560 gab es hier nach den Eintragungen in Königsregistern eine privilegierte Schenke und 19 Grundhaber.

1530 die ehemalige Holzkirche brannte vom Blitz getroffen nieder und sie wurde durch eine Mauerkirche ersetzt. Bis 1435 war sie katholisch, danach gehörte sie zu Utraquisten und dann den Hussiten bis 1623. Zu diesem Jahr ist von hier der letzte Hussitenpriester Václav Karion weggegangen, dessen berühmte Predigt über dem Sarg Albrecht Smiřickýs erschien sogar im Druck. Bis 1600 gehörte zur Konojedy Pfarrgemeinde auch Kostelec nad Černými lesy und seit 1652, wenn mit Matrikeln zu schreiben angefangen wurde, war die Kirche wieder katholisch.

1618 begann der Dreissigjährige Krieg, der eine Reihe der verheerten Gemeinden in der Umgebung zur Folge hatte, Konojedy „überlebte“ jedoch den Krieg mit einem gewissen Nachteil. Verödet sind die Grundbesitze Bekovský, Paceltovský, Kotlářovský, Dočkalovský, Oužovský und weiter dann Häuslerbauerngüter - Jiříčkovská, Vosykovská und Procházkovská geblieben. Die verwahrlosten Bauerngüter wurden neu bewohnt erst zu Beginn der zweiten Hälfte des 17.Jhs.

das Haus der Herren von Smiřice herrschte auf der Herrschaft von Ćerný Kostelec bis 1623, nachdem gewann Albrecht von Wallenstein die ganze Herrschaft. Konojedys Pfarre ist dadurch eingegangen und wurde zu Kostelec eingereiht.

1740 (zur Zeit Thronbesteigung Maria Theresias) wurde in Konojedy ein Steinerdgeschossschulgebäude mit der Wohnung für einen Lehrer, vor Ort wo es nun steht, erbaut. Bis dahin wurde hier höchstwahrscheinlich in vermieteten Räumen unterrichtet und der Hilfslehrer arbeitete hier nur um Verpflegung bis den15. Mai 1775, wenn gemäss der, in den Landtafeln hintergelegten Eintragung, wies Maria Theresia Savojská durch die Urkunde die Löhne allen Lehrern auf der Herrschaft an. Bis zum jahre 1788, nach einigen Quellen noch länger, betrieben die Lehrer bei der Schule noch verschiedene Kraftwerke, denn sie sich vom Lehrerslohn nicht ernähren konnten.

1765 liess Fürstin Maria Theresia Savojská, Inhaberin der Herrschaft von Černý Kostelec, die alte Kirche niederreissen und an deren Stelle eine neue Kirche erbauen. Der Aufbau neuer Barockkirche mit einem Turm wurde mal 1766 angefangen und 1777 beendet und die Kirche wurde schon am 10. Januar 1778 vom Dekan von Černý Kostelec František Boskovský eingeweiht.

1794 wurde in Konojedy wieder eine Lokalie bewilligt und zum ersten Lokalist wurde hier Pater Josef Růžovský, Priester vom augehobenen Kreuzherrenorden ernannt. Diese Lokalie wurde 1855 wieder zur Pfarre befördert und zu ihren Zwecken wurde sie bis die 50er des 20.Jhs benutzt. 1838 wurde in der gemeinde eine kleine St. Johann Nepomuk – Kapelle erbaut, die gegenwärtig eine bedeutende historische Gedenkstätte des Dorfes ist.

1800 hatten Konojedy schon 400 Einwohner. Ende 18. Jhs., bei der pflichtigen Numerierung der Häuser die höchste Nummer war 34. 1890 hatte das Dorf 89 Häuser und 577 Einwohner.

Nach der Pfarrenchronik wurde 1911 ämtliche Volkszählung für vergangenes Jahrzehnt durchgeführt und in Konojedy lebten zu jener Zeit 504 Einwohner. 1920 hatten Konojedy 455 Einwohner, eine zweiklassige Volksschule, eine Sokolturnhalle und eine freiwillige Feuerwehrmanschaft, die vom Bürgermeister am 6. November 1894 gegründet wurde. 1929, nach der Pfarrenchronik, liess damaliger Bürgermeister des Dorfes Elektrizität einführen und komplette Elektrifikation wurde 1932 beendet.

Zu Beginn des 20.Jhs. sank sich die Anzahl der Einwohner zur kurzen Zeit, schon im Jahre 1939 jedoch erreichte sie ihr Maximum seit der ganzen Geschichte her - 631 Einwohner. Zu jener Zeit waren im Dorf zwei Fleischer, zwei Schmiede, ein Wagner, Tischler, Schneider und Schuhmacher. Desweiteren eine Bäckerei, zwei Gaststätten, ein Geschäft mit Schnapsschankstube und ein Mischwarengeschäft mit einer Gaststätte.

Nac dem Zweiten Weltkrieges kam es zur Aussiedlung der Deutschen vom Grenzgebiet aus und viele hiesigen Bürger sind in diese freigegebenen Räume eingezogen. Weitere Abnahme der Bevölkerung ging in den 50ern und 60ern vergangenen Jahrhunderts an.

1952 wurde im Dorf auf Druck regierender Klasse eine LPG gegründet, die zwar innerhalb von einem jahr zerfiel, aber die Bauern, die mehr als 15 ha Boden hatten, wurden gezwungen ihr Vermögen dem Staat abzugeben. Die Besitzer der Bauerngüter sind aus Zwang in die industriellen Betriebe ausserhalb der Gemeinde zu arbeiten weggegangen. Teil des übrigbleibenden Bodens war den übrigen Landwirten in s.g. Zwangsmiete erteilt worden und den übrigbleibenden Teil bewirtschaftete LPG Semice. Die Bedingungen für die private Landwirtschaft wurden immer schlimmer und darüber hinaus gaben die örtlichen Landwirten dem Druck nach und im Herbst 1958 kam es zur Gründung neuer LPG. Teil des Dorfes trat lieber jedoch ins Staatsgut ein, dessen Zentrum im benachbarten Dorf Prusice war. 1960 kam es zur Vereinigung umliegender kleineren Landwirtsgenossenschaften und im Jahre 1961 entstand die LPG Vývoj mit dem Sitz in Nučice. 1975 vereinigte sich die LPG in Nučice mit dem Staatsgut Prusice und der LPG Oleška. Die Landwirtschaftsproduktion wurde allseits unterstützt und die Genossenschaft wurde ein prosperierender Landwirtsbetrieb. Aufbau der Gebäude für die landwirtschaft brachte nach Konojedy Bau der Sennhütte (1961), des Geflügelhofs (1961), der Wasserleitung (1963), des Kuhstalls (1963), des Kälberstalls (1965) und zweier Wohnhäuser (1975 und 1985).

Nach der Samtrevolution im Jahre 1990 Konojedy wurde auf Veranlassung des "Bürgerforums" selbständig und wählte die Gemeindevertretung (1991 - 1994) gefolgt dann bis 2006 von weiteren drei.

Zu den Natursehenswürdigkeiten des Dorfs gehört die vom Staat geschützt "Konojedys Fichte", die sich in der Lokalität "Lhotka" befindet. Deren Stammumfang in der Höhe 130 cm 4 m und die abgeschätzte Baumhöhe rund 45 m beträgt. In der Lokalität "Horka" befinden sich Reste zweier Sandgruben und in der Lokalität "Záduška" dann der Brunnen zu zwei Linden, der eine von zwei Quellen des Nučices Bachs schafft. Mit einer Reihe der Volkssagen ist der Brunnen "Zlodějka" umwoben, Im Wald "Čtrnáctka", mit nie versiegender Quelle.

Zu historisch bedeutenden Dorfsdenkmälern gehört, ausser der St. Wenzelskirche und St. Johann Nepomuk-Kapelle, auch ein Gedenkstein des Fürsten Jan Lichtenstein und nicht zuletzt das Kreuz vom Jahre 1813 bei der Strasse nach Nučice, der über dem Grab der Soldaten Napoleons erbaut wurde